Synagoge

Szombathely

Eine der markantesten und monumentalsten Bauten von Szombathely ist die Synagoge, die im Jahr 1880 nach den Plänen des Wiener Architekten Ludwig Schöne errichtet wurde. Seit 1715 war es Juden untersagt, sich innerhalb der Stadtmauern niederzulassen. Im Jahr 1832 erlangte die Gemeinde ihre Selbstständigkeit und errichtete auf einem vom Fürsten Batthyány Fülöp gestifteten Grundstück ein Gotteshaus. Die erste Synagoge der Stadt befand sich in der heutigen Thököly-Straße Nr. 46 und blieb bis 1956 im Besitz der Gemeinde.

Die Synagoge von Szombathely zählt zu den ersten Synagogen Ungarns mit Türmen. Das spätromantische Gebäude mit seinen kuppelbedeckten Türmen und der abwechslungsreichen Ziegelverkleidung wirkt im Vergleich zur Dohány-Straßen-Synagoge zurückhaltender und schlichter dekoriert. Die Fassaden werden durch große, rundbogig abgeschlossene Fenster mit Nischenstruktur sowie durch Rosettenfenster gegliedert. Die Gesimse sind mit romantischen, halbkreisförmigen Motiven verziert, während die Bekrönung an das Symbol des Davidsterns erinnert.

Der Innenraum der Synagoge hatte eine Grundfläche von 16,15 × 19 Metern und war an drei Seiten von einer Frauenempore umgeben, die auf gusseisernen Säulen ruhte. Der Zugang erfolgte über Treppen auf beiden Seiten der Hauptfassade. Der Wintergebetsraum wurde hinter der an der Ostwand befindlichen Toranische eingerichtet und war über separate Treppenhäuser erreichbar.

Das repräsentative Gebäude, das auch über eine Orgel verfügte und orientalische Stilelemente aufweist, zeugt von den Bedürfnissen einer dynamisch wachsenden Gemeinde. Die imposante Synagoge trug wesentlich zur Stärkung des Zusammenhalts der jüdischen Bevölkerung von Szombathely und des Komitats Vas bei. Der letzte Rabbiner der Gemeinde war Horowitz József. Im Jahr 1944 wurden 3.600 Menschen aus der Stadt deportiert. Die Synagoge wurde 1968 von der jüdischen Gemeinde verkauft; der Erlös wurde größtenteils für den Unterhalt des Friedhofs verwendet.