Archäologischer Park István Járdányi Paulovics

Szombathely

Der Archäologische Park Járdányi Paulovics István Romkert befindet sich im Zentrum von Szombathely auf dem Gebiet des Bischofsgartens und des ehemaligen Küchengartens des Priesterseminars. Seit 1938 präsentiert er den westlichen Stadtteil der römischen Kolonie Colonia Claudia Savaria. Anlässlich des 1900-jährigen Jubiläums der Stadtgründung wurde der Park 1943 mit von Lux Géza entworfenen Schutzbauten eröffnet und ist damit der zweitälteste freigelegte archäologische Park Ungarns nach dem von Székesfehérvár.

Die Ausgrabungen legten Teile der Stadtmauer, Wohnblöcke (Insulae), das außerhalb gelegene Industrieviertel sowie ein Zollhaus frei. Im 4. Jahrhundert entstand anstelle der Insulae der Statthalterpalast, dessen bedeutendster Teil die große Aula Palatina war. Diese diente als Empfangshalle und wurde von den Kaisern Constantinus der Große, Constantius II. und Valentinianus I. besucht. Der Boden war mit einem farbigen Mosaik bedeckt, das als die größte zusammenhängende Mosaikfläche der römischen Provinz Pannonia gilt.

Im Park sind zudem die Grundmauern eines Badehauses und eines Merkurheiligtums sowie römische Basaltstraßen zu sehen. Ebenso wurden die Überreste der mittelalterlichen Burg von Szombathely freigelegt, die aus einem römischen Oktogon hervorging und bis 1791 bestand, bevor sie zugunsten des Baus der Kathedrale abgetragen wurde. Das heutige Erscheinungsbild wird durch den barocken, englischen Landschaftsgarten des Bischofsgartens geprägt.